17.02.2011 / Allgemein / / ,

Unser Gesundheitswesen im Umbruch

Veranstaltung „Unser Gesundheitswesen im Umbruch“ vom 21.10.2010 mit den Podiumsteilnehmern: Peter Zwick Regierungsrat; Dr. med Max J. Lenz von Lenz Beratungen; Michael Rolaz, Leiter Spital stationär von santésuisse; Direktor Heinz Schneider vom Kantonsspital Liestal und Dr. med. Felix R. Marti, allgemeine Medizin.

„Keine Reduktion der Gesundheitskosten“, Muttenzer Anzeiger vom 29.10.2010

Die Veranstaltung „Unser Gesundheiswesen im Umbruch!“ mobilisierte viele. Die CVP Muttenz, Birsfelden und Pratteln führten den Anlass durch und durften über 100 Personen in der Aula des Coop Bildungszentrums in Muttenz begrüssen. Dr. med. Max J. Lenz von Lenz Beratungen vermochte die anspruchsvolle Materie SwissDRG auf leicht verständliche und sogar spannende Art und Weise den Anwesenden näherzubringen.

Ab dem Jahr 2012 wird ein stationärer Spitalaufenthalt nicht mehr nach den Aufenthaltstagen, sondern mit einer Fallkostenpauschale abgerechnet (zum Beispiel einheitlicher Tarif einer Herztransplantation ohne Komplikationen). Gemeinwirtschaftliche Leistungen wie die Aufrechterhaltung von Spitalkapazitäten aus regionalen Gründen im neuen Tarif werden keinen Platz mehr haben. Dies wird sich konkret auf den Bettenbedarf nicht nur eines Spitals, sondern einer ganzen Region beziehungsweise Kantons auswirken.

Deshalb unterzieht unser Regierungsrat derzeit das Neubauprojekt Bruderholzspital nochmals einer eingehenden Prüfung im Sinne von „Wie viele Betten brauchen wir?“. So erstaunt es nicht, dass der Leiter Spital stationär von Santésuisse, Michael Rolaz, klare Aussagen zum Spital in Laufen macht. Als denkbare Varianten nennt er die Umwandlung in ein Geriatrie- und Rehazentrum oder in ein Ambulatorium. Bei Überkapazitäten würden die Tarife gekürzt. Die Kosten blieben dann beim Kanton hängen.

Vom Spitaldirektor Liestal, Heinz Schneider, bestärkt in der Aussage, dass SwissDRG den Hausärzten viel mehr Arbeit beschafffen wird, wurde Dr. med. Felix R. Marti, Artzt für allgemeine Medizin. Um den Spitalaufnethlat möglichst kurz zu halten, müssten vermutlich die meisten Vorabklärungen beim Hausrzt erfolgen, welche auch verstärkt die Nachbetreuung zu übernehmen hätten. Deshalb sieht er mit dem neuen Abrechnungsmodell keine Reduktion, sondern insgesamt vielmehr ein Anstieg im Gesundheitswesen. Eine Aussage, die von allen Podiumsteilnehmenden – was die nähere Zukunft betrifft – bestätigt wurde.

Für uns alle kaum beruhigend, mussten wir doch in diesen Tagen alle von erneut stark steigenden Krankenkassenprämien Kenntnis nehmen. Ein Allerheilmittel, wie die Begehrlichkeit – nicht nur der Versicherten – gestoppt werden könnte, ist leider noch nicht gefunden. Rita Bachmann-Scherer

Ebenfalls erschienen: „Mediziner kommen unter Druck“ am 23.10.2010 in der Baz von Jan Krattiger