17.02.2011 / Allgemein / / , ,

Strafjustizzentrum in Muttenz

Veranstaltung „Strafjustizzentrum in Muttenz“ vom 5.2.2010 mit Kantonsarchitektin Marie-Theres Caratsch und Rolf Kissling, Vizepräsident der Bau- und Planungskommission Muttenz

Artikel von Michel Ecklin, publizert in der BAZ am 8.2.2010

Das geplante Justizzentrum in Muttenz ist zuoberst auch ein Untersuchungsgefängnis. Am Freitagabend erfuhren Interessierte das Neuste über das 74-Millionen-Projekt.

„Zur Bahn hin ein gerader, harter Rücken, nach Muttenz hin ein weicherer Ausdruck“: So lyrisch beschrieb Kantonsarchitektin Marie-Theres Caratsch das Justizzentrum, das der Kanton westlich des Muttenzer Bahnhofs bauen will. An der Veranstaltungsserie „Was Sie schon immer wissen wollten“ der CVP Muttenz sprach sie im Coop Bildungszentrum vor rund 50 Zuhörern von „Gerichtssälen mit Ambiente,“ und von 170 lichtdurchfluteten Büros, in denen unter anderen die neue organisierte Staatsanwaltschaft und das Jugendgericht Platz finden sollen. Im fünften und obersten Stockwerk sollen 45 Zellen des neuen Untersuchungsgefängnisses Platz haben. „Wenn unser Fahrplan umgesetzt wird und der Landrat 74 Millionen Franken bewilligt, haben wir ab 2013 ein modernes Justizzentrum“, sagte Caratsch.

Sicher genug? Einige Zuhörer machten sich Sorgen betreffend der Sicherheit. „Müssen wir damit rechnen, dass ausgebrochene Kriminelle in Muttenz ihr Unwesen treiben?“, wollte ein älterer Herr wissen. Caratsch beruhigte: Für das ganze Gebäude werde ein ausgeklügeltes Sicherheitssystem gelten, und das Gefängnis habe einen separaten Zugang. Ein anderer Bürger meinte, trotz Nähe zum Bahnhof würden die Angestellten mit dem Auto kommen, wenn Parkplätze zur Verfügung stünden. „Für 170 Angestellte stehen gerade mal 45 unterirdische Parkplätze zur Verfügung“, erklärte Caratsch. Besucher können oberirdisch parkieren. Ein übergeordnetes Parkplatz-Konzept gebe es allerdings nicht, räumte sie ein. Ebenso wenig sei  ein Restaurationsbetrieb geplant, weder für das Gefängnis noch für die Mitarbeiter.

Es meldeten such auch Muttenzer, die sich auf das Gebäude freuen. Es bilde einen Riegel gegen den Bahnlärm und Gefahrentransporte, merkten sie an. Und die gläserne Fassade eigne sich ideal als Eingang zum noch unfertigen Gebiet rund um die Fachhochschule. Wohlwollend nahm Caratsch den Wunsch auf, den Muttenzer Kantonspolizeiposten im Gebäude einzurichten.

admin: Der Baukredit von CHF 74.2 Mio. wurde am 9. September 2010 mit grossem Mehr durch den Landrat bewilligt.