17.02.2011 / Allgemein / / , ,

Jugend und Gewalt

Veranstaltung „Jugend und Gewalt, Prävention, Strafen und Massnahmen“ vom 6.2.2009 mit Dr. Thomas Faust, leitender Jugendanwalt der Jugendanwaltschaft des Kantons Basel-Landschaft

Beitrag (gekürzt) von Peter Gschwind im Muttenzer Anzeiger vom 13.2.2009 – Prävention als massgebliche Handlung gegen Jugendgewalt

„Meine wichtigste Zielgruppe sind die Nachwuchskandidaten“: Thomas Faust, der leitende Jugendanwalt der Jugendanwaltschaft des Kantons Basel-Landschaft, deutete an, welche Jugendlichen ihn am meisten beschäftigen. „Jugend und Gewalt, Prävention, Strafen und Massnahmen“ hiess der Titel der ausgezeichnet besuchten Informationsveranstaltung, welche die CVP Muttenz im Vorfeld ihrer Generalversammlung durchführte.

Mangel an Selbstwertgefühl: Die sogenannen Nachwuchskandidaten sind oft ausländischer Herkunft. „Ihnen mangelt es an Selbstwertgefühl“, erläuterte Thomas Faust einen Grund für die strafbaren Handlungen. „Wir müssen den Anführer rechtzeitig ermitteln, aus dem Spiel nehmen und eine gewisse Härte zeigen“, definierte der Jugendanwalt Massnahmen, welche solche Gruppen auseinander bringen. Immer wieder sind familiäre Hintergründe, Arbeitslosigkeit oder mangelnde Integration die Gründe dafür, dass die Jugendlichen auf die schiefe Bahn geraten.

Die Jugendanwaltschaft kümmert sich um Minderjährige zwischen zehn und 17 Jahren. „Wir sind im Baselbiet in einer guten Lage“, dementierte Thomas Faust widersrpüchliche Medienberichte. „Wir haben in Muttenz im Jahre 2008 keine Anzeige für Tätlichkeit und Körperverletzung erhalten“, bestärkte Kurt Frei, Leiter Jugenddienst Polizei Baselland, die in Erstaunen versetzende Aussage des Referenten. Kurt Frei ergänzte den Vortrag des leitenden Jugendanwaltes aus Sicht des Jugenddienstes.

Zuverlässiger Partner: Eine Aufforderung an den Jugenddienst besteht darin, als vertrauenswürdiger, zuverlässiger und kompetenter Ansprechpartner für Behörden, Schulen, Eltern und für die Jugendlichen selber zu fungieren. „Rasche und effiziente Interventionen dank guten und aktuellen Kenntnissen über die Jugendszene tragen zum verbesserten Schutz der Bevölkerung bei“. Kurt Frei fügte bei, dass die Durchführung von „Hot Spot Präventionsanlässen“ sehr viele dazu bringen, nicht mehr rückfällig zu werden.

Intelligentes Verhalten: Für Thomas Faust ist das intelligente Verhalten der Polizei und der involvierten Erwachsenen von grosser Wichtigkeit. Als erfolgreiche Therapiestation erwähnte er die seit 1. Januar 2003 in Betrieb stehende „Jugendstation Waaghof“ in Basel. „Für über 90 Prozent der Betroffenen stellt dieser Ort der Beginn einer neuen Lebenslage dar“, sagte der leitend Jugendanwalt.

Weitere präventive und erfolgreich therapierende Massnahmen sind das „Take off-Programm“ eine Werkstatt in Liestal, das „Anti-Aggressivitäts-Training“, ambulante Schutzmassnahmen oder diverse Präventionsaktivitäten. Ein Ziel besteht darin, im Frühbereich noch mehr erreichen zu können.