18.05.2016 / Allgemein / /

Gastbeitrag von Landrat Simon Oberbeck: Freie Volksschulwahl?

An der Landratssitzung vom 10. März 2016 wurde ein Postulat, welches eine freie Volksschulwahl fordert, intensiv diskutiert und schlussendlich abgelehnt. Mit der Schaffung von Schulregionen, Birsfelden beispielsweise ist mit Muttenz und Pratteln in einem Schulkreis verbunden, wurde unlängst ein Planungsinstrument eingeführt, damit die Schulhäuser gut und gleichmässig ausgelastet sind. Es sind heute die Möglichkeiten gegeben, dass Schülerinnen und Schüler in Ausnahmefällen in einer Schule ausserhalb der Gemeinde zur Schule gehen. Dass dies im Einzelfall nicht dem Wunsch der Erziehungsberechtigten entspricht, ist klar, jedoch unumgänglich.

Das Postulat von Landrätin Caroline Mall fordert eine freie Volksschulwahl und somit eine freie Schulhauswahl. Es geht also nicht darum, ob man in eine Volksschule oder Privatschule gehen möchte, sondern darum, in welches Schulhaus der Volksschule man gehen möchte. Ich bin klar gegen eine Schulhauswahl, dies auch als für die Schule zuständiger Gemeinderat. Wie soll diese Schulhauswahl umgesetzt werden? Man stelle sich vor, dass Erziehungsberechtigte auf der Anmeldung angeben können, in welches Schulhaus und gar von welcher Lehrperson ihre Kinder unterrichtet werden sollen. Bei der Zuteilung der Schülerinnen und Schüler wird die Planbarkeit für die Schulleitungen massiv erschwert.

Die Befürworter der freien Volksschulwahl wollen den Erziehungsberechtigten die Möglichkeit geben, sich frei für ein Schulhaus zu entscheiden. Aus Erfahrung als Schulrat kann ich sagen, dass die Schulleitungen bei der Zuteilung der Schülerinnen und Schüler nach klaren Kriterien, unter anderem die Nähe zum Schulhaus vorgehen. Wenn es in Einzelfällen dazu kommt, dass Erziehungsberechtigte mit der Einteilung nicht einverstanden sind, gibt es immer noch die Möglichkeit, eine Beschwerde beim Schulrat einzureichen.

Simon Oberbeck, Landrat, Birsfelden